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Martins Porsche 996 Turbo
Mitarbeiterautos

Der Racer:
Martins Porsche 996 Turbo

Im neuen Interview unserer Artikelreihe über die außergewöhnlichen Autos unserer Mitarbeiter haben wir diesmal ein echtes Highlight für Rennsportliebhaber. Martin arbeitet als Automatisierungsingenieur bei uns und optimiert und automatisiert interne Arbeitsabläufe. Nebenbei hat er sich als langjähriger Porsche-Freund mit dem Porsche 996 einen Traum erfüllt, der für ihn das Beste aus Rennsport und Alltagstauglichkeit verbindet. Warum dem Porsche allerdings der Allradantrieb fehlt und welches Auto er komplett selbst zusammengebaut hat, erzählt er im Interview.

Understatement ist, wenn trotzdem alle hinschauen

Martin, dein Porsche ist schon eine ganz schöne Ansage, die Optik, der Klang, damit fällt man auf. Aber das ist dir gar nicht wichtig, richtig?

Der Porsche ist für mich ein Auto für die Rennstrecke, nicht für die Optik. Ich bin auch kein großer Blingbling-Fan, wenn es um Felgen geht, oder der Putzmann.

Mir geht es vor allem um die Performance und das Fahrgefühl.

Der Porsche 996 als Understatement – mit 420 PS unter der Haube ist Fahrspaß auf jeden Fall garantiert.

Ja, und das reicht auch vollkommen aus.

Martins Porsche 996

Modell:

996

Baujahr:

2000

Leistung:

420 PS

Hubraum:

3600 ccm

Höchstgeschwindigkeit:

309 km/h

Kilometerstand:

174.000 km

Wie oft fährst du mit dem Auto auf der Rennstrecke?

Bisher erst dreimal, ich habe das Auto erst seit einem Jahr und bin noch nicht so viel damit gefahren. In Most in Tschechien gibt es eine Rennstrecke, die ist wirklich gut. Schön lange Geraden und nicht so materialmordend, die Strecke ist schön breit und außerdem ist es günstig.

Auf der Hinfahrt übers Gebirge hat man schon wahnsinnig gute Strecken, da macht es allein schon Spaß nur dorthin zu fahren.

Das glaube ich. War also auch die Leidenschaft für den Motorsport ausschlaggebend dafür, dass dein neues Auto ein Porsche geworden ist?

Da ist was dran. Ich fahre gerne auf der Rennstrecke und schnell um Kurven und dafür habe ich das Auto für mich optimiert. Ich war dafür extra bei einem Rennfahrer, Wolfgang Weber, der zu diesem Thema auch ein Buch geschrieben hat („Fahrdynamik in Perfektion„). Mit dem habe ich besprochen, was man machen kann, was sinnvoll ist, was nicht – denn der Porsche 996 Turbo hat im Original Allradantrieb und das ist nicht auf Performance ausgelegt, sondern auf Sicherheit.

Das Auto ist über 20 Jahre alt und war damals schon eine echte Waffe. Die PS-Zahl mit Heckantrieb umzusetzen auf der Straße, vor allem bei Nässe, ist schon nicht einfach. Da muss man ein bisschen aufpassen. Deswegen hat Porsche damals den Allrad eingebaut.

Und den hast du zugunsten der Performance selbst ausgebaut?

Genau, der Porsche hat jetzt nur noch Heckantrieb. So wiegt das Auto gleich mal 80 kg weniger. Dadurch fährt er noch zackiger um die Kurven, aber natürlich auch etwas giftiger.

Also du kannst den auch mal wegschmeißen, wenn du willst.

All das hab ich mit Wolfgang beredet und mit ihm das KW-Fahrwerk abstimmen lassen. 

Man merkt, dass du dich in der Materie bestens auskennst und selbst viel Know-How mitbringst. Du machst ja auch die meisten Sachen selbst am Auto. Das beste Beispiel hast du mit dem Ausbau des Allradantriebs gerade geliefert. Bei der Abstimmung des Fahrwerks wolltest du dich aber ganz auf den Fachmann verlassen.

Ich habe es am Anfang selbst versucht, aber wenn man kein Gefühl hat, wo genau man was einstellen muss, dann wird das nichts. Also habe ich mir gesagt: Hier soll der Fachmann ran und das war auch die richtige Entscheidung. Wolfgang hat das exakt so für mich eingestellt, wie ich es haben wollte und damit bin ich super zufrieden.

Und es ist natürlich alles eingetragen?

Ja, alles legal. Wahrscheinlich bin ich der Einzige, der sich einen ausgebauten Allrad eintragen lassen hat, haha.

Hast du noch weitere „Umbauten“ und Optimierungsmaßnahmen im Sinn?

Nein. Der Porsche soll so bleiben. Ich habe bei meinem vorherigen Auto, der Cobra, viel gelernt, viel selbstgemacht. Das brauche ich jetzt nicht mehr.

Für mich wäre es sogar schwierig, am Porsche noch irgendetwas zu „optimieren“. Er fährt super und alles, was man noch machen kann, verschlimmbessert am Ende nur.

Optisch ist der auch OK. Was vorher gar nicht ging, war der Sitz. Die sind halt allgemein sehr hoch und da ich recht groß gebaut bin, musste ich den tiefer einbauen als er im Original reingehört. Das Lenkrad kann man nicht in der Höhe verstellen und da hab ich mit den Knien Probleme bekommen. Ich habe mich wie draufgesetzt gefühlt, nicht wie „drin“. Jetzt bin ich wie integriert in dem Auto, das ist auch schön fürs Fahrgefühl.

Ach, und der Heckscheibenwischer kommt noch weg. Der ist furchtbar.

Kraft kommt von Kraftstoff: Ein Blick auf die Cobra

Du hast kurz die Cobra erwähnt. Ursprünglich war das das Auto, für das wir dich interviewen wollten, und obwohl der Porsche allein den ganzen Artikel füllen könnte, erzähl doch kurz noch etwas zu deinem ehemaligen Gefährt.

Die Cobra war ein Bausatz, den ich selbst zusammengeschraubt habe. Die hat eine so einzigartige Form und mein Traum war immer, schon als Kind, ein Auto mal selbst zu bauen. Ich habe dann einen Bausatz gekauft, da bekommt man nur das GFK und unten den Rahmen und den Rest muss man sich selbst einfallen lassen. Dann hab ich 7 Jahre lang daran gebaut.  

Martins Cobra

Warum hast du die Cobra eigentlich verkauft?

Naja, irgendwann war sie fertig und dann war die Lust weg. Aber es gab viele Gründe. Die Cobra ist schon ein cooles Auto, aber vom Sicherheitsgefühl war das natürlich nicht so das Wahre. Auch der Gedanke, ein Auto selber zu bauen, ist spannend, aber dabei lernt man erstmal, was das alles umfasst, was ein Auto alles können muss, was alles dazugehört und welche Funktionen man täglich nutzt oder auch gar nicht wertschätzt, weil man sie nicht explizit wahrnimmt. Bei Regen z.B. bist du in der Cobra nass geworden! Das Wasser kam aus allen Ritzen. Du musst das ja alles abdichten. 

Oh weia! Ja, da wird einem umso mehr bewusst, wie komplex die ganze Geschichte ist und dass Fahrzeughersteller schon wissen, was sie machen. 

Auf jeden Fall. Und auch, was das Sicherheitsgefühl betrifft. Die Cobra hatte ja nicht mal Kopfstützen. Mit Haus und Familie im Hinterkopf geht das einfach nicht. Und das Sahnehäubchen ist der Spritverbrauch: 25 Liter auf 100 km. Naja, Kraft kommt von Kraftstoff, sag ich immer.

Das Ende einer Ära

Also habe ich mich entschieden, mich von der Cobra zu trennen, habe aus Spaß eine relativ hohe Zahl drangeschrieben und gesagt: „Wenn da einer kommt und der nimmt’s mit, dann ist es weg.“

Das hat sicher nicht lange gedauert!

2 Wochen später kam einer vorbei und hat sie mitgenommen. Und ich muss sagen:

Ich trauere der Cobra nicht hinterher, gar nicht. Es war eine coole Zeit, ich hab da extrem viel gelernt durchs Bauen, aber es ist gut so, wie es jetzt ist.

Der Beginn einer "alten" Leidenschaft

Nun gut, die Cobra war also frisch verkauft. Was hat dich dazu bewegt, genau diesen, den Porsche 996, zu kaufen?

Ich bin schon immer Porsche-Freund gewesen. Der Porsche 996 ist in der Porsche-Familie so ein bisschen das ungeliebte Kind, weil er durch die Spiegeleier-Leuchten ein anderes Aussehen hat als die anderen Modelle. Außerdem ist er auch der erste wassergekühlte Porsche. Die anderen waren alle luftgekühlt. Das mochten viele Porsche-Fans genauso wenig wie das Aussehen und deswegen war der letztes Jahr relativ günstig zu bekommen.

Der Vorgänger, der 993, und der Nachfolger, der 997, kosten beide viel mehr. Ich habe den 996 quasi in einem „Knick“ gekauft und jetzt geht’s wertmäßig fast nur noch nach oben. Aber ich sehe den nicht als Wertanlage, sondern als das, was es ist. Eine Fahrmaschine.

Zum Spaß haben.

So ist es. Man weiß jetzt nicht, wenn der mal 150.000 € wert sein sollte, ob man zu einem Käufer noch Nein sagen könnte, aber was kaufe ich dann?

Für mich gibt es eigentlich keine Steigerung mehr, weil der Porsche 996 alles hat.

Jetzt so im Nachgang betrachtet, hätte es auch ein normaler, ohne Turbo, getan, weil man die Leistung eigentlich nicht braucht. Auf der Geraden mal durchzubeschleunigen macht natürlich Spaß, aber das machst du 2-3 Mal… Und ja, da kribbelt es im Bauch, aber mal ehrlich: Jedes E-Auto kann das heute besser. Für mich kommen die Emotionen vor allem in der Kurve. Kurvenräubern macht so viel mehr Spaß.

Da kommt der Rennfahrer in dir wieder durch, haha.

Optimiert für die Rennstrecke - und den Alltag

Dann lass uns noch kurz auf deine Felgen eingehen: OZ Alleggerita – eine der leichtesten Felgen in unserem Shop!

Ja, in dieser Hinsicht sind sie unschlagbar. Vorn fahre ich 8,5Jx18 mit einem Gewicht von 7,9 kg, hinten 11Jx18 bei etwas mehr als je 9 kg pro Felge. Das ist eine echte Kampfansage vom Gewicht und macht sich in Sachen Performance und auch in den Kurven bemerkbar.

Ich muss zugeben, es gibt Felgen, die mir optisch noch besser gefallen hätten, aber diese hier passen einfach von Preis-Leistung und stimmig sehen sie an dem Auto schon aus. Chrom oder viel Pflegeaufwand kam für mich bei den Felgen nicht infrage. Darauf lege ich einfach keinen Wert.

Du lebst also das Understatement beim Porsche. Du musst nicht um jeden Preis auffallen.

Nein, genau. Wichtiger ist mir: Michelin Pilot Sport Cup 2 Semislicks. Die sind extrem breit und damit hat man mehr Auflagefläche und bekommt wieder mehr Grip auf die Straße. Also es ist wirklich alles auf schnelle Kurven ausgelegt.

Wie oft fährst du den Porsche?

In der Saison schon einmal die Woche. Ich habe Wert darauf gelegt, dass der Porsche kein Winterauto ist und Salz wird er bei mir auch nicht sehen. Das tut den Autos wirklich nicht gut.

Und wie sieht’s aus bei Regen?

Ach, da hol‘ ich den auch raus. Wir haben jetzt erst einen Familienausflug gemacht. Auch ein Grund, warum ich die Cobra eingetauscht habe. Der Porsche hat 2 Sitze hinten, sodass wir die Kinder mitnehmen und einfach mal schön über Landstraße fahren können. In dem Bezug ist es auch ein Alltagsauto für mich. Das ist das Schöne daran. Du schaffst den Spagat zwischen Rennstrecke und in den Urlaub fahren. Wir haben z.B. für dieses Jahr geplant, eine Alpentour zu machen. Da fahren wir dann schön ein paar Pässe.

Auch bei Regen!

Auch bei Regen.