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Räder richtig lagern
Reifen,  Wissensecke

Die 5 wichtigsten Regeln zum Räder und Reifen lagern

Ostern und Oktober ist Radwechselzeit! Das heißt alte Reifen runter, neue Reifen auf das Auto. So weit, so gut, doch was passiert nach dem Radwechsel mit den abmontierten Reifen? Egal, ob du von Sommer- auf Winterreifen oder von Winter- auf Sommerreifen wechselst, auch die „alten“ brauchen etwas Pflege, bevor du die Räder und Reifen lagern kannst.

Wieso müssen Reifen gewechselt werden und was genau unterscheidet Sommer- von Winterreifen?

Räder und Reifen richtig einlagern: mit diesen 5 Regeln klappt's

Regel 1: Räder vor Einlagerung waschen

So wichtig und doch so oft vernachlässigt: wer seine Leichtmetallfelgen vor der Einlagerung nicht gründlich säubert, riskiert irreparable Schäden. Insbesondere Streusalzrückstände und aggressiver Schmutz und Bremsstaub „fressen“ sich in die Felge.

Was im Winter mit wenigen Handgriffen entfernt ist, kann zum großen Problem werden, wenn die Felge über mehrere Monate im dreckigen Zustand verbleibt. Häufig sind die entstandenen Lackschäden dann so groß, dass die eigentlich robuste Beschichtung der Felge bereits angegriffen ist und dem Material keinen ausreichenden Schutz mehr bietet. Innerhalb weniger Jahre wird die Felge dadurch unbrauchbar. 

Spar dir den Ärger und investier lieber in eine regelmäßige und gründliche Reinigung der Räder mit speziellem Felgenreiniger, damit du lange Freude an deinem Auto hast.

Erfahre hier alles zur fachgerechten Felgenpflege!

Radwechsel vor Ostern
Reifen vor der Einlagerung beschriften
Nach dem Waschen der Felge wird jedes Rad entsprechend seiner Position am Fahrzeug beschriftet.

Regel 2: Reifen vor der Einlagerung beschriften

Eine weitere Grundregel, die du stets beachten solltest: die Beschriftung der eingelagerten Räder. Jeder Reifen fährt sich unterschiedlich ab und sollte deshalb dort wieder montiert werden, wo er abgenommen wurde.

Besonders bei laufrichtungsgebundenen Reifen ist dies extrem wichtig!

Die Beschriftung erfolgt auf der Seitenfläche des Reifens, nach dem Waschen (und Trocknen) folgendermaßen: VL für vorne links, HR für hinten rechts, etc.

Regel 3: Vor der Einlagerung die Profiltiefe der Reifen messen

Der letzte Schritt vor der Einlagerung sollte stets das Messen der Profiltiefe sein. Hierzu kannst du einen handelsüblichen Profiltiefemesser (siehe Abb.) oder auch eine 1€- oder 2€-Münze verwenden.

Halte die Münze zwischen die Profilblöcke in der Reifenmitte und auch am Reifenrand, denn mitunter fährt sich die Lauffläche unterschiedlich stark ab.

Verschwindet der Münzrand zwischen den Profilblöcken des Reifens, so besteht noch eine Restprofiltiefe von mindestens 3 mm.

Reifenprofiltiefe vor dem Einlagern messen
Reifeneinlagerungsprotokoll
Im Reifeneinlagerungsprotokoll werden Mindestprofiltiefe, Beschädigungen und Kennzeichen der Reifen festgehalten.

Sollte der Münzrand jedoch bereits zu sehen sein, ist höchste Zeit zum Reifen wechseln! Denn sobald die empfohlene Mindestprofiltiefe von 4 mm bzw. die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm erreicht ist, sollte der Reifen in der nächsten Saison nicht weiter gefahren werden. 

Vermerke dir die Werte aller Räder in einem Reifeneinlagerungsprotokoll. Der ADAC stellt bspw. ein solches Protokoll kostenlos zur Verfügung. Ergänze ggf. Beschädigungen und Auffälligkeiten an den Rädern.

Mindestprofiltiefe unterschritten: so teuer kann's werden!

Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vor, d.h. hat der Reifen weniger Profil, droht dir ein Bußgeld von mindestens 60€ sowie ein Punkt in Flensburg!

Empfohlen wird der Reifenwechsel vonseiten Polizei und Reifenherstellern bereits ab einer Profiltiefe von nur noch 3 mm (bei Sommerreifen) bzw. 4 mm (bei Winterreifen). Wird diese empfohlene Mindestprofiltiefe unterschritten, sind bereits Einbußen in Grip und Wasserableitung zu befürchten, d.h. das Aquaplaning-Risiko steigt!

Regel 4: Luftdruck erhöhen

Erhöhe den Luftdruck vor der Einlagerung um 0,5 bar gegenüber der Herstellerempfehlung. Auch unbenutzt verlieren Reifen nach einiger Zeit Luft, vor allem nach mehreren Monaten der Lagerung. Mit der Luftdruckerhöhung vor dem Einlagern stellst du sicher, dass beim Montieren zur nächsten Saison noch genügend Luft im Reifen vorhanden ist.

Regel 5: Reifen stehend, Kompletträder liegend lagern

Wenn du deine Räder und Reifen zuhause lagerst, achte darauf, dass Kompletträder zwar liegend, Reifen aber stehend gelagert werden müssen.

Für die Einlagerung empfiehlt sich ein sogenannter Felgenbaum, auf dem die Räder übereinander sowie vor Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung geschützt, gestapelt werden. Senkrecht gelagerte Reifen solltest du alle paar Wochen etwas drehen.

Reifeneinlagerungsprotokoll
Ist das Rad gereinigt, beschriftet, die Profiltiefe gemessen und der Luftdruck angepasst, kann es eingelagert werden. Achtung: Kompletträder immer liegend lagern.

Checkliste: 5 Schritte zum Räder und Reifen lagern

Letztlich ist die Einlagerung von Reifen und Rädern zwar keine große, aber eine wichtige Aufgabe. Wer beispielsweise falsch lagert, den Luftdruck nicht anpasst oder vergisst, die Räder zu reinigen, dem droht beim nächsten Radwechsel unter Umständen eine böse Überraschung. Erledige die 5 Schritte zur Einlagerung am besten direkt während/nach dem Radwechsel. Zur Erinnerung eine kleine Checkliste:

  • Reinigen
  • Beschriften
  • Profiltiefe messen
  • Luftdruck anpassen
  • Stehend bzw- liegend lagern