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Radwechsel
Wissensecke

Der Radwechsel steht an! (Anleitung)

Er steht zu jedem Saisonwechsel an: der Radwechsel. Obwohl das Tauschen von Sommer- auf Winterreifen und umgedreht kein Zauberwerk ist, schrecken doch immer noch viele Autofahrer davor zurück, sich selbst daran zu wagen.
Wir zeigen, wie einfach, schnell und unkompliziert das Reifenwechseln ist, wenn man ein paar kleine Tipps und Tricks beachtet.

Welche das sind, beschreiben wir in unserer Radwechsel-Anleitung und auf unserer Info-Seite.

Dort beantworten wir auch die wichtigsten Fragen zu Problemen beim Radwechsel, klären Mythen und die größten Fehler auf und  zeigen Ihnen Vor- und Nachteile vom Wechsel zuhause und in der Werkstatt auf. Wer sich lieber ansehen möchte, wie der Radwechsel abläuft, kann sich im exklusiven felgenoutlet-Video von René hier alles Schritt für Schritt erklären lassen.

Drahtbürste
Eines der nicht zu unterschätzenden Werkzeuge für den Radwechsel: die Drahtbürste sorgt dafür, dass auch der Wechsel zur nächsten Saison reibungslos verläuft.

Den Radwechsel vorbereiten

Fahrzeug sichern

Das Fahrzeug wird folgendermaßen gegen Wegrollen abgesichert: ziehen Sie die Handbremse an, legen Sie einen Gang ein (bei Automatik genügt ‚P‘) und schalten Sie den Motor aus. Das Auto kann außerdem durch einen Unterlegkeil gesichert werden. Generell sollte der Radwechsel aber nur auf ebenem Untergrund durchgeführt werden.

Werkzeuge und Materialien für den Radwechsel bereitlegen

Zu den unerlässlichen Werkzeugen für das Wechseln zwischen Sommer- und Winterreifen gehören

  • Wagenheber
  • Radkreuz
  • Schlagnüsse
  • Drehmomentschlüssel
  • Drahtbürste
  • Reifenkreide

Wir empfehlen außerdem die Benutzung von Kupfer-/Keramikspray, einem Bock, einem Profiltiefe-Messer sowie Handschuhe, die das Verletzungsrisiko an scharfkantigen Gegenständen minimieren.

Risikofrei das Rad demontieren

Auto anheben und Radbolzen lockern

Die Auflagefläche des Wagenhebers wird bis zum Fahrzeugunterboden angehoben, damit sich das Rad beim Lockern der Radbolzen nicht mitdrehen kann. Diese werden nun mit dem Radkreuz entgegen dem Uhrzeigersinn gelockert, aber noch nicht entfernt.

Wagenheber ansetzen
Jedes Auto besitzt eine speziell gekennzeichnete Stelle, an der der Wagenheber angesetzt werden soll.

Das Rad abnehmen

Nun also kann das Rad komplett angehoben, die gelockerten Bolzen entfernt und das Rad von der Nabe gehoben werden. Da auf dem letzten Radbolzen eine große Spannung lastet, empfiehlt es sich, diesen mit leichtem Druck auf die Radmitte zu mindern und das Rad stets mit beiden Händen gerade nach vorn zu ziehen.

Radnabe reinigen

Mit der Drahtbürste wird die Radnabe nun gründlich abgebürstet, bevor das neue Rad montiert werden kann. Das ist notwendig, da sich Schmutz und Rost angesammelt haben können, die sonst zu Unwuchten führen. Bemerkbar wird dies dann durch ein Rütteln in der Lenkung. Außerdem riskieren Sie damit, dass sich das Rad beim nächsten Wechsel nur noch sehr schwer und im schlimmsten Fall gar nicht mehr lösen lässt. Mit Keramikspray versiegeln sie die Radnabe und schützen so vor Korrosion.

Das Rad montieren

Rad auf die Nabe setzen und Radbolzen einschrauben

Je nach Beschriftung bzw. Laufrichtung setzen sie das Rad mit dem Winterreifen auf die jeweilige Radnabe, sodass die Bohrungen übereinander liegen und schrauben die Radbolzen vorsichtig handfest ein. Kommt es hier zu einem Widerstand oder lassen sich die Bolzen nur mit Mühe eindrehen, beenden Sie den Vorgang unverzüglich. Grund kann hier beispielsweise ein verdrecktes Gewinde sein oder ein schief angesetzter Radbolzen. In jedem Fall beschädigen Sie aber das Gewinde, wenn Sie mit erhöhter Krafteinwirkung den Prozess fortsetzen.

Bolzen mit Drehmomentschlüssel anziehen

Immer wieder wird die Wichtigkeit eines Drehmomentschlüssels beim Anziehen der Radbolzen unterschätzt. Nur mit dem Wert, der in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs angegeben ist, kann eine sichere Montage gewährleistet werden. Das Anziehen „nach Gefühl“ mit dem Radkreuz endet meist damit, dass die Bolzen zu festgezogen sind. Dadurch kann das Gewinde beschädigt werden, die Radschraube abreißen oder sich das Rad beim nächsten Wechsel nicht mehr lösen lassen.

Drehmomentschlüssel
Am Drehmomentschlüssel stellen Sie den Wert ein, der in der Betriebsanleitung nachzulesen ist, arretieren ihn und ziehen damit die Bolzen mit dem notwendigen Drehmoment an.

Im entgegengesetzten Fall kann sich im schlimmsten Fall das Rad lösen, wenn die Bolzen nicht fest genug angezogen wurden. In beiden Fällen gefährden Sie damit nicht nur Ihre eigene Sicherheit, sondern auch die anderer Verkehrsteilnehmer.

Außerdem ist für die gleichmäßige Montage essentiell, die Radbolzen stets über Kreuz anzuziehen. Mehr dazu sehen Sie in unserem Video zu Tipps und Tricks beim Radwechsel.

Felgen und Reifen einlagern

Felgen waschen und Reifen beschriften

Vor dem Einlagern vergessen Sie bitte nicht, die Felgen gründlich zu waschen, damit sich abgelagerter Schmutz und Bremsstaub nicht den gesamten Winter über ins Material frisst. Wie und womit Sie die Felgen schnell und schonend waschen, lesen Sie in unserem Beitrag nach:

Was wirklich hilft: Felgenreinigung mit Hausmitteln vs. säurefreier Felgenreiniger

Außerdem bietet sich im gleichen Zuge das Messen der Profiltiefe an, damit Sie rechtzeitig wissen, ob und welche Reifen zur nächsten Saison gewechselt werden müssen.

Reifeneinlagerungsprotokoll
Ein Reifeneinlagerungsprotokoll hilft, den Überblick über den Zustand aller Reifen zu behalten.

Letzte Schritte

Und damit sind wir fast am Ende angekommen. Zuletzt kontrollieren Sie an einer nahegelegenen Tankstelle den Reifendruck und passen diesen ggf. wieder an. Je nachdem, ob in Ihrem Fahrzeug ein aktives oder passives Reifendruckkontrollsystem verbaut ist, muss dieses neu kalibriert werden. Unter Umständen müssen Sie dazu eine Werkstatt aufsuchen. Alle Informationen finden Sie dazu in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs.

Last but not least: vergessen Sie nicht, nach ca. 50 km noch einmal die Radbolzen mit dem Drehmomentschlüssel nachzuziehen. In einigen Fällen „setzen sich“ die Bolzen nach den ersten Kilometern Fahrt und lockern sich damit ein wenig.

Unabhängig davon, ob wir Sie mit unserer Radwechselanleitung dazu motivieren konnten, sich selbst einmal an die Angelegenheit zu wagen oder ob Sie doch den Dienst der Werkstatt Ihres Vertrauens überlassen:

Wir wünschen allzeit gute (und vor allem sichere) Fahrt!